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Rollenverhalten im Unternehmen und Krankenhaus

Wie Rollenverhalten den Unternehmenserfolg behindert

Unsere Kreativität rührt aus dem Zusammenspiel von Kognition und emotionaler Intelligenz (EQ) her. Wobei der EQ den weit größeren Teil am Kreativitätspotential ausmacht. Rollen und Rollenverhalten behindern nicht nur, dass wir unser gesamtes Kreativitätspotential ausschöpfen, sondern verhindern in Teams produktive Begegnungs- und Austauschprozesse.

Bedingungen für ein erfolgreiches Unternehmen

Bodo Janssen und Anselm Grün (2017) nennen vier Bedingungen für ein erfolgreiches Unternehmen, das sie „gelingendes“ Unternehmen nennen:

  • Mitarbeiter arbeiten gerne im Unternehmen,
  • können offen über alles miteinander sprechen,
  • im Unternehmen spürt man so etwas wie eine innere Verbundenheit und
  • es sind Ziele gesetzt, mit denen sich Mitarbeiter identifizieren können und wissen, wofür sie arbeiten.

Damit die oben genannte offene Kommunikation stattfinden kann, sind im Unternehmen ein Gemeinschaftsgefühl und ein Gefühl der Verbundenheit erforderlich, nach dem Motto: „Wir ziehen an einem Strang“, um die Ziele zu erreichen.

Was sagt die Neurobiologie, wie innovative und kreative Lösungen entstehen?

Nach Gerald Hüther (2011) können innovative und kreative Lösungen nur dann gefunden werden „…wenn es einem Menschen gelingt, sehr viele abgelegte Wissens- und Gedächtnisinhalte gleichzeitig wachzurufen und die für die Aktivierung dieser Inhalte erforderlichen regionale Netzwerke auf eine neue Weise zu verknüpfen. Kreativ sein heißt also nicht in erster Linie, Neues zu erfinden, sondern das bereits vorhandene, aber bisher voneinander getrennte Wissen auf eine neue Weise miteinander zu verbinden.“

Damit das gelingt, müssen zusätzlich produktive „Begegnungs- und Austauschprozesse“, so Hüther,  mit anderen Menschen stattfinden (das Gegenteil zeigt das Bild zu diesem Beitrag).

Wenn in einem Unternehmen Mitarbeiter und Führungskräfte auf Vertrauen basierende Beziehungen zueinander aufbauen können, die in einem offenen Herzen wurzeln, entsteht  ein Klima tiefer emotionaler Verbundenheit und Wertschätzung füreinander, so dass die gewünschten „Begegnungs- und Austauschprozesse“ tatsächlich stattfinden.

Welche Wirkung entfalten Rollen und Rollenverhalten?

Rollen und Rollenverhalten verhindern den Zugang zum emotionalen Raum und der Weisheit des EQ. Das hat zur Folge, dass wir nicht auf das gesamte kreative Potential zurückgreifen können. Die ‚innere‘ Trennung zu uns selbst durch Rollen und Rollenverhalten wirkt gleichzeitig als ‚äußere‘ Trennung zu den Menschen in unserem Umfeld. Somit sind wirksame „Begegnungs- und Austauschprozesse“ mit Teammitgliedern eingeschränkt oder gar nicht möglich. Denn es fehlen dann einfach das Herz und das (Mit-)Gefühl. Das Umfeld spürt sehr schnell, wenn jemand aus einer Rolle heraus handelt. Wenn das wahre Ich mit der Rolle stark verschmolzen ist, kann das dazu führen, dass hinter der Rolle einer Geschäftsführerin, eines Unternehmers, einer Ärztin oder eines Pflegers, der verborgene Mensch und seine Authentizität schwer oder gar nicht wahrzunehmen sind.

Was passiert, wenn Rollen und Rollenverhalten wieder abgelegt werden?

Die gute Nachricht ist: Rollen und Rollenverhalten können auch wieder abgelegt werden. Wenn wir es also schaffen, unsere Rollen und unser Rollenverhalten aufzugeben, also aus unserer emotionalen Trennung heraustreten, werden wir für andere Menschen emotional erreichbar. Dann gewinnen wir wieder Zugang zu unserem eigenen emotionalen Raum, unserem Herzen und dadurch auch zu unserer lebendigen Kreativität zurück.

Unser schlummerndes kreatives Potential kann nun jetzt als eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration immer wieder aufs Neue erschlossen werden. Dieses Potential schafft ein hohes Maß an Lebendigkeit, Engagement und Zufriedenheit im Unternehmen. Durch Zusammenarbeit in einer menschlichen Verbindung sind jetzt Kreativität sowie Innovationen wieder möglich.

Zusammenfassung zu Rollen und Rollenverhalten für Unternehmen und insbesondere Mitarbeiter von Krankenhäusern

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Unternehmen, in denen durch Rollen- und Rollenverhalten ein hoher Grad an emotionaler Getrenntheit vorherrscht, in denen zusätzlich noch Konkurrenz als unabdingbares (vielleicht notwendiges Übel) Mittel zur Leistungssteigerung angesehen wird, weniger Erfolg haben oder gar letztendlich zum Scheitern verurteilt sind (Das Thema Konkurrenz wird in einem späteren Blog aufgegriffen).

Was es für Krankenhausmitarbeiter bedeutet, ‚in Rollen und im Rollenverhalten steckenzubleiben‘, wurde ausführlich im Blog Burn-out Teil 2 „Wie wir Burn-out begünstigende Persönlichkeitsfaktoren, wie Kompensationen, Rollen und Konkurrenz am Arbeitsplatz erkennen“ beschrieben. Link siehe bitte unten.

Wir können uns selbst die Frage stellen: Ist mein Handeln authentisch oder agiere ich aus meiner Rolle heraus? Wenn es authentisch ist, heißt es, dass ich mit dem ganzen Herzen bei der Arbeit bin. Ich kann Dankbarkeit und liebevolle Wertschätzung von Patienten und Kollegen spüren und auch annehmen. Mein Energie-Akku wird immer wieder aufs Neue aufgeladen.

Über Ihr Feedback freue ich mich.

Ihr Donat Wollny

 

Quellen: 

Gerald Hüther, ISBN 978-3-596-18850-5, Was wir sind und was wir sein könnten, S. 179, S. Fischer Verlag, 2011

Bodo Janssen & Anselm Grün, ISBN 978-3-424-20175-8, Stark in stürmischen Zeiten, S. 54-55, Ariston Verlag, 2017

 

Näheres zu Rollen und Rollenverhalten finden Sie im Blog zu Burn-Out hier.

Hilfe beim Auflösen von Rollen und Rollenverhalten erhalten Sie hier.

 

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