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Die sechs Teilnehmer auf dem DPGSV-Panel auf dem Hauptstadtkongress

DPGSV e.V.-Panel auf dem Hauptstadtkongress (v.l.): Eric Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer; Dr. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin; Dr. Gert von Mittelstaedt, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention; Dr. Miroslawa Cylkowska-Nowak, Leiterin des Fachbereiches Ergotherapie der Fakultät für Geriatrie und Gerontologie der Karol-Marcinkowski-Medizinische-Universität in Posen; Enrico Triebel, Gründer und Vorstandsmitglied des DPGSV e.V.; Peter Nowak, Senior-Accountmanager der BKK Verkehrsbau Union in Berlin

Deutsch-polnisches Panel auf dem Hauptstadtkongress 2019 

Noch nie zuvor gab es ein deutsch-polnisches Panel auf dem Hauptstadtkongress. Mit Unterstützung durch Dr. Günther Jonitz, den Präsidenten der Ärztekammer Berlin, fand die Premiere am 23. Mai zum Thema Rehabilitation und Prävention im Citycube in Berlin statt. Das Motto ist: Voneinander Lernen! Also gelebtes und erfahrbares Europa im Gesundheitswesen. Fortsetzung folgt. 

Schon aus Sicht der einzelnen Player innerhalb nur eines Landes können Strukturen und Regelungen von Vorteil oder von Nachteil sein. Wie sieht das erst im Vergleich zwischen zwei Ländern aus. Wir geben einen Einblick in die diskutierten Themen. 

Unterschiede der Gesundheitssysteme bei gleichen Herausforderungen 

Beide Gesundheitssysteme sind in vielen Punkten deckungsgleich. Auch die Bedarfe ähneln sich auf beiden Seiten, weil beide Länder vor den gleichen gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Herausforderungen stehen, wie beispielsweise 

  • die alternde Gesellschaft, 
  • zunehmende Morbidität der Patienten, 
  • steigender Pflegebedarf
  • grundlegende Fragen der Finanzierung, 
  • sowie Leistungsregulierung und Finanzierbarkeit.  

Zentrale Unterschiede bestehen beispielsweise darin, dass in Polen das Gesundheitsministerium zentral über Leistungen und Medikamente entscheidet und diese über den NFZ, den Nationalen Gesundheitsfond steuert. Diese Aufgaben übernehmen in Deutschland 107 Krankenkassen, und zwar innerhalb des sozialgesetzlichen Rahmens. 

Programm des deutsch-polnischen Panel Voneinander Lernen!

Programm des Panel Voneinander Lernen!

Auswirkung auf die Rehabilitation 

Auf den ersten Blick fällt die Zentralisierung in Polen im Bereich der Rehabilitation auf. Denn es gibt nicht die in Deutschland gepflegte Trennung von Akutbehandlung und Rehabilitation mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten, Sozialversicherungsträgern und Leistungserbringern. Polnische Player wünschen eine stärkere Strukturierung und klare Verantwortlichkeiten, zudem Stetigkeit und langfristige, Wahlperioden überdauernde nationale Planungen. Beispielsweise durch ein nationales Rehabilitationsprogramm mit patientegruppen-spezifischen Maßnahmenpaketen. Polnische Institutionen arbeiten bereits daran.

Versorgung in der häuslichen Pflege   

Eine Pflegeversicherung wie in Deutschland existiert in Polen nicht. Dort tragen Patienten und Angehörige die Kosten, in Notfällen teilweise unterstützt vom Staat. Eine Situation, die es in Deutschland vor Einführung der Pflegeversicherung in ähnlicher Form gab. Heute übernimmt in Deutschland die Pflegeversicherung als eine der fünf Säulen der Sozialversicherung eine Teil der Kosten, entsprechend dem individuellen Pflegegrad der Patienten.

Ansätze in der Prävention 

Prävention wird in Polen gesellschaftspolitisch umgesetzt und setzt national bereits bei der Bildung im Kindesalter an. Deutschland setzt auf Freiwilligkeit. Das seit 2015 geltende Präventionsgesetz fördert durch Impulse in den Strukturen und Prozessen der Prävention. 

Panelisten und Unterstützer

Referenten und Unterstützer (v.l.n.r.): Erik Bodendieck, Dr. Günther Jonitz, Enrico Triebel, Dr. Gert von Mittelstaedt, Christian Lombardt, Dr. Miroslawa Cylkowska-Nowak, Donat Wollny, Peter Nowak, Jakub Zelawski

Fortsetzung folgt 

Ein Panel kann natürlich nur ein Auftakt sein. Aber alle Beteiligten sind sich einig: das Thema Voneinander Lernen! hat viel Potenzial. Daher ist eine Fortsetzung für den Hauptstadtkongress 2020 geplant. Und zwar unter stärkerer Beteiligung von Playern aus Polen. Denn beide Länder haben jeweils vielfältige Lösungen bei sich eingeführt, die dem Nachbarn als gute Anregung und Diskussionsgrundlage dienen können. So ist auch die Idee eines grenzüberschreitenden Kongresses  entstanden. 

Die Webseite des  DPGSV e.V. finden Sie hier.

Noch mehr über den DPGSV e.V. finden Sie hier.

Die Webseite des Hauptstadtkongresses finden Sie hier.

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